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Wow Wee Bladestar im Test

Wirbt mit Autopilot- und Kampfmodus: der Blade Star

Wirbt mit Autopilot- und Kampfmodus: der Blade Star

Die Innovations-Schmiede Wow Wee aus Hong Kong hat uns ja schon mit allerlei fliegenden Kuriositäten überrascht – man erinnere an die Libelle Dragonfly oder den arg minimalistisch gehaltenen Mosquito. Oft entpuppten sich die Geräte jedoch trotz guter und neuartiger Grundkonstruktion als technisch nicht ganz ausgereift und schwierig zu bändigen – wenn überhaupt!

Auch beim futuristisch anmutenden Bladestar geht man gänzlich unkonventionelle Wege. So kreisen hier jeweils ein Paar Flügel und ein Paar Rotoren um einen in etwa granatenförmigen Kern, an dem 2 Infrarot-Sensoren befestigt sind. Als ob das nicht schon außergewöhnlich genug wäre, prahlt man in der Werbung mit revolutionärem Autopiloten-Modus sowie einem Kampf-System, welches es ermöglicht, zwei Bladestars gegeneinander im Duell antreten zu lassen. Ob sich das alles so einfach in einem für unter 20€ erhältlichen Modell verwirklichen lässt? Wir sind gespannt…

Erster Eindruck

Zumindest die „Darreichungsform“ des Sensor-Fliegers ist schon einmal vorbildlich. Der Bladestar wird in einem kleinen Kunstoffköfferchen geliefert, in dem er sich auch bestens wieder zum späteren Transport verstauen lässt. Bei der filigranen Bauweise wäre es auch kaum von Vorteil, ihn zwischen Wechseljeans und Bierdosen in den Rucksack zu werfen. Erfreulicherweise liegen jeweils ein Ersatzpaar Flügel und Rotoren bei. Im Gegensatz zu den meisten anderen Mini-Fliegern muss man hier die Flügel erst am Korpus befestigen, was aber rasch vonstatten geht. Dass RC-Helis und Konsorten in der Werbung immer etwas glatter und „stylischer“ rüberkommen, daran hat man sich ja mittlerweile gewöhnt…

Erster Flug

Ich lege also unser angepriesenes Innovationswunder auf eine glatte Oberfläche und versuche mich am ersten Start, indem ich den Schubregler nach vorne schieben und verzweifelt auf eine Reaktion des Fliegers warten. Hm, hab ich was vergessen anzuschalten? Etwas verdutzt laufe ich um den Flieger rum und sehe ihn mit einem leicht „surrenden“ Geräusch plötzlich abheben. Waren wohl Ladehemmungen, denke ich mir. Nachdem der Bladestar trotz Loslassen des Schubreglers an der Decke gelandet und abgestürzt ist, stelle ich bei weiteren Startversuchen fest, dass das Wow Wee-Gerät sich im Vergleich zu seinen Artgenossen in der Tat sehr bockig verhält, komme dann aber darauf, dass man den Sender wirklich penibel genau auf das Modell richten muss, möchte man denn eine Reaktion erleben. Das Gilt übrigens auch für den Flug an sich: Der Bladestar will ständig verfolgt werden, auch was den Winkel anbelangt. Wird der Kontakt nämlich zu lange unterbrochen, geht unser rotierendes Flug-Ei nämlich unangekündigt zu Boden…
Da der neueste Wow Wee-Spross vollständig achsensymmetrisch ist und demnach auch weder Bug noch Heck aufweist, steuert man den Bladestar auf eine sehr direkte Weise: vorwärts heißt hier immer „weiter weg vom Sender“, rückwärt „näher ran“ – links und rechts entsprechend. Was in der Theorie sehr schlüssig klingt, ist in der Umsetzung nicht ganz so spaßig. Man hat nicht wirklich dass Gefühl den Bladestar zu steuern, sondern ihm eher wie einem Hund Kommandos zuzurufen, die dieser dann umsetzt – oder auch nicht. Denn oft genug scheinen die Steureingaben ohne Reaktion zu bleiben. Und selbst wenn sie ankommen, bewegt sich der Bladestar nur seeeehr langsam und verliert dabei auch an Höhe.

Langzeitmotivation

Und was ist mit dem versprochenen Autopilot-Modus? Angeblich soll der Revoluzer unter den Mini-Fliegern selbstständig Wänden aus dem Wege gehen – und sogar einfach nur durch das ausweichen der eigenen Hände auf eine ganz neue Art und Weise im wahrsten Sinne des Wortes „manuell“ steuern lassen. In der Praxis stellt sich das alles natürlich auch wieder etwas anders dar. Zwar scheint der Bladestar tatsächlich Wände hier und da mal zu meiden – man sollte sich allerdings nicht allzusehr darauf verlassen. Und das mit den Händen… das lassen wir auch mal lieber.

Bleibt noch der Kampf-Modus, der ebenfalls an der Trägheit des Fliegers scheitert… zwar erkennen sich zwei Bladestars tatsächlich gegenseitig – letztendlich hat aber eigentlich schlicht und ergreifend immer derjenige gewonnen, der im richtigen Moment (der reichlich zufällig sein kann) auf seinen Feuerknopf drückt. Für schnelle Ausweichmanöver ist der Wow Wee-Flieger schlicht und ergreifend nicht geeignet.

Robustheit

Was die Haltbarkeit anbelangt, so lassen die Dellen an den Flügeln, die sich nach wenigen Abstürzen bemerkbar machen, nicht viel gutes erahnen… allerdings konnte man sie bisher immer mit dem Fingernagel glatt streichen, und Ersatzflügel sind ja auch mitgeliefert.

Fazit

Dennoch muss man erwähnen, das der Bladestar eigentlich kein wirklich ersnstzunehmendes Fluggerät ist, sondern sich eher durch einen gewissen Gimmick-Charakter auszeichnet. Schade nur, dass die Firma Wow Wee auf eine völlig andere Art und Weise anpreist – so kann man nur sagen, dass der Rotorflügler seinem eigenen Anspruch einfach nicht wirklich gerecht werden kann. Wobei man durch das innovative Konzept, was zumindest Technikfreaks durchaus erfreuen kann, für unter 20 doch einen entsprechenden Gegenwert bekommt, wenn man weiß, worauf man sich einlässt. Leider wird das durch die leicht irreführende Werbung wohl eher bei wenigen Käufern der Fall sein.

Note: 4

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