Der Artikel der Tageszeitung „Junge Welt“ erklärt die Funktion einer Drohne im Dienst europäischer und bundesdeutscher Behörden. Drohnen überwachen unbemerkt Ziele, erkennen selbständig Gerüche oder „abweichendes Verhalten“ und könnten mit Waffen ausgestattet werden.
Der Mikrokopter wird bei verschiedenen Einsätzen benutzt. Bei der Flucht von zwei Autodieben verfolgt ein mit Thermokamera ausgerüsteter Flugroboter die Flüchtigen und kann sie trotz schlechter Sichtverhältnisse aufgrund ihrer Körperwärme lokalisieren. Anfang 2010 hatte der Einsatz eines sogenannten Mikrokopters in Großbritannien zu einer Festnahme geführt. In der nordenglischen Stadt werden die fliegenden Kameras seit 2007 eingesetzt.
Die Mikrodrohnen zählen zur Klasse der „Unbemannten Luftfahrzeuge“ (Unmanned Aerial Verhicles, UAV). Die technische Bezeichnung „Quadrokopter“ verweist auf die vier kleinen Rotorblättter, die von Elektromotoren angetrieben werden. Abhängig vom Gewicht, können sie bis zu 30 Minuten in der Luft bleiben.
Quadrokopter unterscheiden sich stark von den Drohnen, die von Militärs eingesetzt werden. Im Gegensatz zu den militärischen Drohnen – die aus Höhen bis zu 15 Kilometern unbemerkt Aufklärungsdaten liefern – fliegen die Mikrokopter nur rund 100 Meter hoch. Die Videodaten werden per Funk an eine Empfangsstation übertragen.
Zur Bedienung von UAV ist ein neues Berufsbild entstanden: Operator für unbemannte Luftfahrzeuge. Für die Steuerung der kleinen Mikrodrohnen reichen allerdings kurze Fortbildungen als Luftfahrzeugfernführer.
Auch in Deutschland sind Drohnen bei der Polizei im Einsatz. Das sächsische Innenministerium hat als eines der ersten Bundesländer Anfang 2008 zwei Komplettsysteme eines SensoCopters angemietet. Die SensoCopter werden vom Rüstungskonzern Diehl BGT Defence in Zusammenarbeit mit der Firma Microdrones entwickelt. Erstmal wurden die Drohnen bei Fußballspielen oder Demonstrationen eingesetzt.
Das Land Niedersachsen hatte Mitte 2008 für rund 47.000 Euro einen vollausgerüsteten Quadrokopter der Firma Microdrones angeschafft. Für Innenminister Uwe Schünemann können die fliegenden Kameras eine „Schlüsselstellung zur schnellen Informationsgewinnung“ einnehmen. In Nordrhein-Westfalen und Hessen haben die Innenministerien ebenfalls den zuständigen Landeskriminalämtern Aufträge zur Evaluation fliegender Kameras erteilt.
Den ganzen, sehr ausführlichen Artikel gibt es auf der Seite der Jungen Welt. Geschrieben wurde der Artikel von Matthias Monroy, einem Journalisten, der auf Sicherheitsarchitekturen und Polizeizusammenarbeit in Europa spezialisiert ist.
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